Abschied von Vietnam

5 01 2012

Am 02.01. musste ich mich schweren Herzens von Hanoi verabschieden. Am Abend zuvor ging ich nochmals mit ein paar vietnamesischen Jungs auf Tour und hatte einen lustigen Abend (natürlich mal wieder mit Hanoi Vodka :-D)

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Trang lud mich am 02.01. zu sich nach Hause ein. Ein geniales Erlebnis, da ich auf diesem Wege ihre Eltern, Oma, Tante und Schwester kennen lernen und sehen konnte, wie eine vietnamesische Familie in Hanoi wohnt und lebt. Mit Trangs Tante konnte ich sogar ein wenig deutsch sprechen – sie lebte und arbeitete sieben Jahre in Deutschland. Da sie allerdings 1998 zurück nach Vietnam kam, hat sie vieles vergessen, verstehen konnte sie mich aber dennoch.

Trangs Mutter und Oma luden mich zum Mittagessen ein – es gab natürlich Reis, Tofu, Kartoffeln, Schweinefleisch und Suppe. Leider lag mein Frühstück noch nicht allzu lange zurück, sodass ich wirklich nur eine kleine Portion essen konnte.

Das Haus besteht aus vier Etagen und auf jeder Etage gibt es einen Raum (die Häuser in Vietnam sind alle sehr hoch und sehr schmal gebaut). Im Erdgeschoss liegt die Küche und das Wohnzimmer, wobei üblicherweise draußen auf der Straße gekocht wird. Der Grund dafür ist, dass es im Haus keine Türen gibt und somit alles nach Essen riechen würde.

Wir machten es uns erst im Bett gemütlich (es war ziemlich frisch) und quatschen über dies und das und versuchten uns gegenseitig ein paar Brocken deutsch und vietnamesisch beizubringen. Trang möchte unbedingt, dass ihre Schwester in Deutschland studiert – ihre Schwester ist davon allerdings noch nicht wirklich überzeugt, da sie ziemlich lernfaul ist, was Sprachen angeht (kenn ich irgendwoher… :-D). Aber Trang verfolgt diesen Plan ehrgeizig und bat mich, ihr zu helfen, wenn das ganze spruchreif ist (welche Uni, wo wohnen usw).

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Mit dem öffentlichen Bus ging es mit Trang und ihrer Schwester noch einmal zum Flower Festival und anschließend noch einen Eierkaffee trinken. Dann hieß es auch schon Abschied nehmen und ich glaube, Trang war darüber genauso traurig wie ich. Aber ich hoffe sehr, dass wir uns wiedersehen. Momentan spiele ich nämlich mit dem Gedanken, nach meiner Asienreise für ein oder zwei Monate zurück nach Hanoi zu kommen – geht allerdings nur, wenn ich einen Job oder ähnliches finde, ansonsten ist es zu langweilig. Mal sehen.

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Mit dem Bus ging es abends wieder vom Norden runter in die Mitte Vietnams, nach Da Nang, da ich von dort weiter nach Laos wollte. Der nette Mann an der Rezeption teilte mir mit, dass ich um 6.30 Uhr für den Bus nach Laos morgens abgeholt werde.

Abends verweilte ich an der Strandpromenade und ging essen. Das Restaurant bot eine riiieesige Palette von Seafood an (in etlichen Behältern findet man Krabben, Muscheln, Fische und wählt direkt aus, was man möchte). Die Herren am Nebentisch luden mich gleich mal auf zwei Gläschen Vodka ein. Als eine Gruppe von sieben Männern am Tisch gegenüber ging, konnte ich sehen, wie sie auf mich zeigten und anfingen zu diskutieren. Nach einigem hin und her kam einer zu mir und fragte mich, ob ich Lust hätte, mit ihnen zu einer Karaoke Bar zu gehen.

Da ich wusste, das mein Vater einen Anfall bekommen würde, wenn ich mit sieben fremden Männern im Taxi zu irgendeiner Karaoke Bar fahren würde und ich selbst herzlich wenig Lust darauf verspürte, lehnte ich dankend ab.

Zurück im Hostel packte schon mal meinen Rucksack und richtete alles für den kommenden Morgen her. Wie sich zeigen sollte, ein weise Entscheidung. Am nächsten morgen um 5.55 Uhr klingelte das Telefon und der nette Mann von der Rezeption teilte mir mit, dass ich nicht um 6.30 Uhr sondern um 6 Uhr abgeholt werde. Herzlichen Dank auch, so viel zur Guten-Morgen-Dusche. Im Eiltempo zog ich mich an, putze mir die Zähne und flitzte runter. Ich stellte mich schon darauf ein, so großzügig wie möglich auf seine Entschuldigung zu reagieren (ich bin schließlich spontan und freundlich) – aber die morgendliche Begrüßung lautete „Have you used the minibar??“. Äh, nein du dummer Volltrottel, ich habe deine scheiß Minibar nicht angerührt! Eine Entschuldigung klingt anders!

Pakse erreichte ich um zehn Uhr abends und war dementsprechend müde. Den folgenden Tag, sprich: heute, nutzte ich also nur für eine kleine Erkundungstour durch die Stadt – und um mich mit der laotischen Währung Kip einzudecken! Es ist viel wärmer und ruhiger hier, von daher kann ich mich morgen guten Gewissens auf die Straßen trauen. Mit dem Roller werde ich eine alte Tempelruine erkunden und hoffen, dass das Wetter weiterhin so schön bleibt!

Hier ist es sehr schön und auf den Straßen geht es wesentlich ruhiger zu!

Hier ist es sehr schön und auf den Straßen geht es wesentlich ruhiger zu!

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3 Antworten zu “Abschied von Vietnam”

  • Dani sagt:

    Hi du,

    kurzer Gruß aus dem kalten Deutschland! Schule hat wieder gut begonnen, nur bin ich die ganze Zeit so müde…

    Hoffe, dir gehts soweit gut! Wo bist du denn gerade so?

    Grüßle Dani

  • Chrissi sagt:

    Hi Papa,

    ich glaube, diese ganze Region hat noch mit den Folgen des Krieges zu kämpfen. Und das ist wirklich traurig, die Wälder, Wiesen und Berge hier sind so schön, aber leider viel zu riskant, um sie auf eigene Faust zu erkunden.

    Finde ich übrigens toll, dass ihr so interessiert an den Ländern seid, die ich bereise 😀

    So so, sieben sind mindestens sechs zu viel? Einer wäre also okay? Hm, ich WAR schon mit fünf Jungs weg – aber das war mitten in Hanoi, die waren alle in meinem Alter und ich hätte im Zweifel immer den Weg zurück gefunden. Im Gegensatz zu DIESER Gruppe betrug der Altersschnitt jedoch um die 50 und ich kannte die Stadt nicht – somit waren es nicht nur sechs, sondern sieben zu viel 😉

    Mit dem Fön ist alles bestens – dank deiner Anleitung hab ich den Stecker problemlos tauschen können und kann ihn jetzt überall nutzen 😀

    Bussi!!

  • Garfield sagt:

    Hi Chrissi, zweiter Versuch.
    Kluge Entscheidung mit den 7 Jungs, denn das sind mindestens 6 zuviel 😉 Im Übrigen haben wir gestern auch noch die Reportage über Laos gesehen. Auch dort soll es noch von dem Vietnam-Krieg viele Bombis geben, also gut aufpassen!!!.

    Hier ein kleiner Reportageauszug:
    Sengavan ist Minenräumerin im Auftrag eines internationalen Zusammenschlusses von Gebern, die helfen wollen, dass Laos die hässlichste und gefährlichste Altlast der Indochinakriege loswird: All die nicht explodierten Bomben und Munition, die über das Land verteilt liegen. Streubomben aus amerikanischer Produktion vor allem, die sie hier „Bombis“ nennen. „Bombis“ sind kleine, harmlos aussehende Kugeln mit vernichtender Energie, wenn man sie – auch 36 Jahre nach Kriegsende – ahnungslos vom Boden aufnimmt. Sengavan sucht jeden Tag jeweils acht Stunden lang mit ihrem Detektor nach Metallteilen, schreitet festgelegte Planquadrate Meter für Meter ab. Alle drei Monate hat sie zwei Wochen frei. Ihr Frauenteam säubert auf Antrag der Bauern einzelne Grundstücke, damit sie dort wieder anpflanzen können.
    Jeden Tag finden Sengavan und ihre Kolleginnen Explosivstoffe, die kontrolliert gesprengt werden. Selbst bei größter Anstrengung würde es mehr als 100 Jahre dauern, bevor Laos von der Gefahr im Boden endlich befreit wäre.

    Aber der Reporter sagt über Laos auch:
    Für ZDF-Kameramann Bert Schönborn stand nach der Drehreise durch Laos fest: „Hier werde ich bald wieder sein, ganz privat. Für mich ist es das schönste Land der Region.“ Schönheit ist Laos großer Trumpf. Noch. Manche der wunderbaren Landschaften sind in dem rohstoffreichen Land von gigantischen Minenprojekten bedroht. Oder vom Wunsch der laotischen Regierung, dass Laos zur „Batterie Asiens“ wird, zum großen Stromlieferanten für seine Nachbarländer. Viele liebliche Flusstäler werden unter den riesigen, angestauten Wasserflächen der geplanten Hydro-Dammprojekte verschwinden.

    Also genieße das schöne Land mit dem notwendigen Respekt der noch unbekannten Fremde.

    Hat das im Übrigen mit dem Fönstecker Made in Germany geklappt?

    Bussi und liebe Grüße aus Murrhardt

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